
Niedersachsen schafft zum 1. August 2026 die sogenannte Zwangsteilzeit für pädagogische und therapeutische Fachkräfte an Förderschulen vollständig ab. Damit setzt die Landesregierung ein deutliches Signal für faire Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung und eine nachhaltige Stärkung dieser zentralen Berufsgruppen.
20.03.2026
Niedersachsen
Pressemeldung
Niedersächsisches Kultusministerium
Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg erklärt dazu: „Die Zwangsteilzeit war ein längst überholtes Instrument, das weder den Anforderungen moderner Förderung noch den berechtigten Erwartungen der Fachkräfte gerecht geworden ist bewusst in diesen Berufsgruppen, weil ihre Arbeit unverzichtbar für gute Bildung und gelingende Inklusion ist.“
Mit der vollständigen Abschaffung der sogenannten Zwangsteilzeit reagiert das Land auf die veränderten Bedingungen an Förderschulen. Die Heterogenität der Schülerschaft nimmt zu, der Förderbedarf wird differenzierter und die Anforderungen an eine verlässliche Begleitung im Unterricht sowie in therapeutischen und pflegerischen Bereichen steigen kontinuierlich. Hinzu kommt in einem Teilbereich der Förderschulen ein steigender Bedarf an Ganztagsangeboten. Stabilität, Kontinuität und Verlässlichkeit in der pädagogischen und therapeutischen Arbeit lassen sich mit Teilzeitbeschäftigungen in dieser Form nicht gewährleisten.
Zum Hintergrund: Nach einer früheren Vorgabe waren an Förderschulen nur Teilzeitbeschäftigungen möglich. Das wurde immer wieder besonders von Betroffenen kritisiert. So hatten zum Beispiel 2019 rund 850 Beschäftigte ihr Interesse an einer Vollbeschäftigung angemeldet. Niedersachsen hat damit begonnen, die sogenannte Zwangszeit schrittweise abzuschaffen. Viele pädagogische und therapeutische Fachkräfte sind so in den vergangenen Jahren in ein Vollbeschäftigungsverhältnis übernommen worden – jetzt folgt der letzte Schritt.
Kultusministerin Hamburg sagt abschließend: „Mit dieser verbesserten Maßnahme Niedersachsen nicht nur die individuelle berufliche Situation der Beschäftigten, sondern erhöht auch die Stunden an den Förderschulen, bei denen noch immer eine Unterversorgung an pädagogischen Mitarbeitenden vorhanden ist schulische Qualität und vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die auf eine stabile und zugewandte Förderung angewiesen sind.“
