
Vor zehn Jahren hat das Saarland mit seiner Inklusionsverordnung einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Teilhabe, Chancengerechtigkeit und gemeinsamem Lernen gemacht.
24.04.2026
Saarland
Pressemeldung
Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
Anlässlich dieses Jubiläums hat das Ministerium für Bildung und Kultur gemeinsam mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und dem Bildungscampus Saarland zu einer Fachtagung unter dem Titel „10 Jahre Inklusionsverordnung – zwischen Anspruch, Alltag und Aufbruch“ eingeladen.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Zehn Jahre Inklusionsverordnung zeigen uns vor allem, dass Inklusion nicht durch Vorgaben allein, sondern durch das tägliche Engagement in unseren Schulen entsteht zuhören und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Denn unser Ziel ist es, eine Schule zu schaffen, in der jedes Kind seinen Platz findet und seine Potenziale entfalten kann.“
Die saarländische Inklusionsverordnung bildet seit rund zehn Jahren den rechtlichen Rahmen für ein inklusives Schulsystem und verfolgt das Ziel, allen Kindern und Jugendlichen – unabhängig von individuellen Voraussetzungen oder Unterstützungsbedarfen – eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Zugleich stärkt die Inklusionsverordnung die Schulen vor Ort und schafft klare Strukturen für individuelle Lern- und Leistungsanforderungen.
Ausgangspunkt der Fachtagung war ein gemeinsames Projekt mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft. In einem mehrstufigen Prozess wurden zunächst im Herbst 2025 alle Grundschulen im Saarland befragt und anschließend ein juristisches Rechtsreview durchgeführt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neben fachlichen Impulsen aber vor allem der Austausch und die Vernetzung. Lehrkräfte, Schulleitungen sowie multiprofessionelle Teams aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und weiteren Bereichen brachten ihre Erfahrungen ein und diskutierten gemeinsam, wie Bildung inklusive im Alltag gelingen kann. Praxisbeispiele aus saarländischen Grundschulen zeigen dabei, wie individualisiertes, stärkenorientiertes und gemeinsames Lernen bereits heute erfolgreich umgesetzt wird.
In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Moderator Bob Blume, Dr Inklusionsbegriff verankert. Als einziges Bundesland verzichtete das Saarland auf die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs von Schüler:innen an Regelschulen.
Im Bereich der Lehrkräftefort- und -weiterbildung ist Inklusion seit jeher ein zentrales Thema. „Wir verstehen Inklusion als Kern guter Schule, denn sie sind darauf ausgerichtet, die Potenziale jedes Kindes bestmöglich zu entwickeln. Vom gemeinsamen Lernen profitieren daher alle Kinder“, erklärte Anika Limburg. Die Professionalisierungsangebote des Bildungscampus Saarland leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. „So begleiten wir beispielsweise mit der Koordinierungsstelle Gemeinsames Lernen Schulen im Saarland dabei, ihre Konzepte für inklusiven Unterricht weiterzuentwickeln, in denen Fördern und Fordern Hand in Hand gehen“, so Limburg weiter. Die Fachtagung verdeutlichte gleichzeitig, dass die Stärkung der inklusiven Regelschule weiterhin im Fokus der saarländischen Bildungspolitik steht. Mit Maßnahmen wie dem Ausbau der Schulsozialarbeit, neuen Prüfungsformaten, Programmen wie „Startklar Deutsch“ sowie der Anerkennungsprüfung in 22 Sprachen setzt das Saarland wichtige Impulse, um Inklusion weiter voranzutreiben.
