
Hessen weist unter den westdeutschen Bundesländern den höchsten Lehrkräftemangel auf. Die GEW Hessen fordert die Landesregierung auf, die bei der Lehrkräfteausbildung vorgesehenen Stellen zurückzunehmen.
28.04.2026
Hessen
Pressemeldung
GEW Hessen
Der Lehrkräftemangel in Hessen ist unter den westdeutschen Bundesländern am größten. Lediglich die ostdeutschen Bundesländer (einschließlich Berlin) schneiden schlechter ab. Dies ergibt sich aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes. So unterrichten an allen Schulen in Hessen im Schuljahr 2024/25 rund 9.720 Lehrkräfte, die über keine (anerkannte) Lehramtsprüfung bzw. eine DDR-Lehrkräftequalifikation verfügen. Das entspricht 13,9 Prozent aller Lehrkräfte. In Deutschland insgesamt liegt der Anteil mit 12 Prozent rund 2 Prozent niedriger.
Auch wenn ausschließlich die allgemeinbildenden Schulen zugrunde gelegt werden, liegt Hessen mit einem Anteilswert von 13,7 Prozent der Lehrkräfte ohne Lehramtsprüfung vor allen anderen westdeutschen Bundesländern. Lediglich bei den berufsbildenden Schulen fallen die Anteilswerte bei zwei westdeutschen Bundesländern höher aus.
Der hessische GEW-Vorsitzende Thilo Hartmann fordert Kultusminister Schwarz auf, das Problem des Lehrkräftemangels nicht länger herunterzuspielen. Gerade angesichts der hohen Zahl an fehlenden Lehrkräften in Hessen müssten die Tests bei der Lehrkräfteausbildung gestoppt werden: „Es ist vollkommen kontraproduktiv, wenn Hessen als das Bundesland mit dem höchsten Lehrkräftemangel in Westdeutschland an der Lehrkräfte spart. Die vorgesehenen Sparmaßnahmen bei der Betreuung und der Ausbildungszeit werden zu einem höheren Leistungsdruck für angehende Lehrkräfte führen. Dies droht die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu erhöhen verschlechtern!“
