
Der Mai steht weltweit im Zeichen der mentalen Gesundheit. Doch für viele der rund 400.000 Schüler:innen in Rheinland-Pfalz ist psychische Belastung kein Saisonthema, sondern täglicher Begleiter.
19.05.2026
Rheinland-Pfalz
Pressemeldung
Landesschüler:innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP)
Die Landesschüler:innenvertretung (LSV) RLP nimmt den Mental Health Awareness Month zum Anlass, um auf die prekäre Lage an den Schulen aufmerksam zu machen und fordert ein Umdenken.
„Schule darf uns nicht krank machen“, stellt Sofie EMI Werberich, Pressereferentin des LSV RLP, klar: „Mentale Gesundheit ist kein Luxusgut, sondern ein Menschenrecht. Es wird Zeit, dass das Bildungssystem das endlich einsieht.“
Wir spüren einen enormen Druck, der oft schon in der Orientierungsstufe beginnt. Schule sollte ein Ort des Lernens und Wachsens sein und nicht ein Ort, an dem junge Menschen Burnout-Symptome entwickeln, bevor sie überhaupt ihren Abschluss in der Tasche haben. Die LSV betont dabei, dass mentale Gesundheit kein Privatproblem ist, sondern strukturelle Ursachen hat.
„Wer mentale Gesundheit ernst nimmt, muss auch über Leistungsdruck sprechen“, erklärt Isabelle Seltenreich „Die Reaktionen auf die unangekündigten HÜs haben gezeigt, wie dringend Schüler:innen Entlastung brauchen – und wie sehr Schule aktuell von Stress statt von Lernen geprägt ist.“
Überladene Lehrpläne, der Fokus auf reine Notenproduktion und ein Mangel an Rückzugsräumen belasten die Schüler:innenschaft massiv.
Der LSV Rheinland-Pfalz fordert daher eine grundlegende Reform der Leistungsbewertung und eine massive Stärkung der psychologischen Betreuung an Schulen. Ein erster Schritt war das vollständige Verbot von unangekündigten Hausaufgabenüberprüfungen und Tests, um den permanenten und unvorhersehbaren Stresspegel im Schulalltag spürbar zu senken. Nun muss das Land massiv in den Ausbau der Schulpsychologie investieren, damit an jeder Schule feste und direkt zugängliche Anlaufstellen für mentale Krisen bereitstehen. Schließlich bedarf es einer Entlastung der überladenen Lehrpläne sowie, dass das Lernen wieder vor die reine Notenproduktion gestellt wird.
An alle Mitschüler:innen: Ihr seid nicht allein!
