
Der IQB Bildungstrend 2024 zeigt: Bremer Schüler:innen liegen unter dem Bundesdurchschnitt. Defizite entstehen früh und werden durch Schulausfall, Schulabsentismus und Schulabgänge ohne Abschluss verschärft. Angesichts dessen startete der Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles, eine Qualitätsoffensive zur Stärkung der Schulen im Land Bremen.
06.02.2026
Bremen
Pressemeldung
Bremer Senator für Kinder und Bildung
Senator Rackles: „Lernzeit ist für Kinder und Jugendliche die wertvollste Quelle im Bildungssystem. Ohne Lernzeit kein Bildungserfolg.“
Die Qualitätsoffensive ist auf konkrete Ziele ausgerichtet: Bis 2031 sollen im Vergleich zum Basisjahr 2025 deutlich messbare Fortschritte erreicht werden:
- mindestens 30 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen,
- mindestens 30 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler, die die Regelstandards erreichen,
- Mindestens 30 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler, die die Optimalstandards erreichen
- und eine Senkung der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss um 30 Prozent.
Die Qualitätsoffensive umfasst sieben Handlungsfelder, die 50 Maßnahmen mit einem relevanten Einfluss auf den Lernerfolg, die Motivation und die Chancengerechtigkeit in Kita und Schule bündeln.
Die Handlungsfelder im Überblick
- Mehr Kaufpreis, mehr Lernzeit
- Sprachbildung: Früher, verbindlicher, übergreifender
- Basiskompetenzen stärken, Unterrichtsqualität steigern
- Motivation und Wohlbefinden fördern
- Datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung ausbauen
- Sozialräumlich denken und handeln
- Digitale Basiskompetenzen und Medienkompetenz stärken
In jedem Handlungsfeld finden sich wirksame Maßnahmen, um die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu steigern. „Wir liefern künftig verlässliche Daten, damit Schul- und Unterrichtsentwicklung nachweisbar und wirkungsvoll gesteuert werden kann. Das datengestützte Handeln erfolgt verbindlich und abgestimmt durch Schulaufsicht, IQHB, LIS sowie die Fachberaterinnen und Fachberater“, erläuterte Senator Mark Rackles.
Wesentliche Maßnahmen im Überblick:
- Landesrahmen Schulqualität 2026: Ab Februar 2026 rücken die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen in den Mittelpunkt.
- Neues Fach Theater/Darstellendes Spiel an der Grundschule: Erprobung des Hamburger Modells: Theater/Darstellendes Spiel soll in den Klassen 1–4 jeweils eine Stunde pro Woche eingeführt werden.
- Das Fach Informatik in der Sek I einführen: Nach Auswertung des laufenden Pilotversuchs wird eine breitere Verankerung des Faches Informatik im Stundenplan angestrebt.
- Ziel- und Leistungsvereinbarungen: Alle Schulen schließen ab Schuljahr 2026/27 verbindliche Leistungsvereinbarungen mit der Schulaufsicht ab.
- Verpflichtender Kita-Besuch bei festgestelltem Sprachförderbedarf: Das Schulgesetz wird 2026 geändert, um bei Förderbedarf eine verbindliche Sprachförderung spätestens zwölf Monate vor Einschulung zu gewährleisten.
- Vertragliche Erziehungspartnerschaften: Bei der Anmeldung zu Kita und Grundschule wird schriftlich fixiert, wofür Eltern und Einrichtungen verantwortlich sind.
- „Verlässliche Kitas“: Weniger Ausfallzeiten sollen einen finanziellen Vorteil für Kita-Träger und -Leitungen bieten (neue Kita-Finanzierungssystematik).
- Stärkung des Instituts für Qualitätsentwicklung im Land Bremen (IQHB) und Einführung eines IQHB Dashboards: Das IQHB wird als unabhängige wissenschaftliche Einrichtung gestärkt. Mit dem Dashboard bekommen Schulen ab Herbst 2026 ein mächtiges Instrument zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung an die Hand.
Die Eckpunkte der Qualitätsoffensive werden der Fachöffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Alle Akteurinnen und Akteure der frühkindlichen und schulischen Bildung sind eingeladen, sich bis Ende März 2026 zu beteiligen.
Alle Details zur Qualitätsoffensive finden Sie hier.
