
Um die Prüfungskultur an bayerischen Schulen weiterzuentwickeln, hat Kultusministerin Anna Stolz einen Dialogprozess angestoßen. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Lernbedingungen und neuer Prüfungsformen plädiert der Bayerische Philologenverband (bpv) für mehr Freiraum bei den klassischen Leistungsnachweisen.
26.05.2026
Bayern
Pressemeldung
Bayerischer Philologenverband (bpv)
Eine aktuelle Umfrage unter über 3.300 Mitgliedern untermauert diese Forderung mit einer deutlichen Mehrheit.
Die Umfrageergebnisse unterstreichen das „Fördern und Fordern“-Prinzip. Die überwiegende Mehrheit der befragten Lehrkräfte stimmt folgenden Aussagen zu oder eher zu:
- Schülerinnen und Schüler sind gewillt, Leistung zu zeigen. (75 %)
- Schülerinnen und Schüler wollen gefordert werden. (77 %)
bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl ordnete diese Ergebnisse wie folgt an: „Die hohen Zitate zeigen, dass junge Menschen etwas leisten wollen und können Manchmal überwunden werden müssen, erfüllt Schule ihren Auftrag zur Erziehung und Bildung gleichermaßen.“
Belastung durch hohen Prüfungsdruck
Gleichzeitig nehmen drei Viertel der befragten Lehrkräfte eine Belastung der Lernenden durch die hohe Dichte an schriftlichen Leistungsnachweisen wahr oder sogar deutlich wahr. Schwägerl betont dazu: „Gerade die zunehmende Ankündigung von Leistungsnachweisen führt dazu, dass diese zwar nicht überraschender kommen, dass aber am Ende mehr Termine im Prüfungskalender stehen. Während ein gewisser Anspruch auf dem Weg zum höchsten schulischen Bildungsabschluss essenziell ist, so darf der Druck natürlich nicht überhandnehmen oder gar zum ‚Leistungshemmer‘ werden. Die deutliche Zustimmung zu diesem Aspekt der Umfrage durch die Expertinnen und Experten vor Ort sollte sehr ernst genommen werden. Eine Lösung könnte mehr Freiraum bei der Zahl der großen.“ Leistungsnachweise sein.“
Mehr Vertiefung und neue Prüfungsformate brauchen Freiraum
Eine klare Mehrheit der befragten Lehrkräfte ist zudem davon überzeugt, dass eine Reduzierung der großen Leistungsnachweise keine negativen Auswirkungen auf das Leistungsniveau hat. Schwägerl resümiert abschließend: „Der Leistungswille ist da, der Druck bisweilen zu hoch. Für den bpv folgt daraus: Weniger Schulaufgaben und in der gewonnenen Zeit mehr Raum für Vertiefung, unbenotetes Feedback, Förderung und die Erprobung neuer Prüfungsformen weiterer Schritt zu einem modernen Gymnasium!“
Der Bayerische Philologenverband (bpv) ist die Vertretung der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern.
Mit seiner leidenschaftlichen Arbeit setzt sich der bpv seit seiner Gründung im Jahr 1863 kontinuierlich für gute Arbeits- und Rahmenbedingungen der Lehrkräfte ein und fördert den Bildungsauftrag der Schularten. Der bpv ist die starke Stimme seiner Mitglieder und ein unverzichtbarer Partner in der bayerischen Bildungspolitik.
