
Der Stifterverband legt konkrete Empfehlungen für eine qualitätsgesicherte Gestaltung des Seiteneinstiegs vor. Ziel der Empfehlungen ist es, den Berufswechsel ins Lehramt als anerkannten und professionell gestalteten Weg nachhaltig zu stärken.
30.03.2026
Bundesweit
Pressemeldung
Stifterverband
Rund jede zehnte neu eingestellte Lehrkraft kommt über den Seiteneinstieg, das heißt über einen anderen Beruf ohne Lehramtsstudium. In vielen Bundesländern sind es sogar mehr als 40 Prozent. Angesichts des anhaltenden Lehrkräftemangels ist der Berufswechsel ins Lehramt zu einer festen Größe im deutschen Bildungssystem geworden. Zu häufig fehlen jedoch verbindliche Qualitätsstandards und systematische Begleitmaßnahmen für den alternativen Weg ins Lehramt.
Der Stifterverband hat in seinem Paper Empfehlungen zum Berufswechsel ins Lehramt folgende konkrete Maßnahmen formuliert, um der schleichenden De-Professionalisierung der Lehrenden entgegenzuwirken:
- Verbindliche Qualifizierung vor dem ersten Unterrichtseinsatz: Grundlegende berufsvorbereitende Qualifizierungskurse vor dem Unterrichtseinsatz, in denen pädagogische und fachdidaktische Grundlagen sowie die Rolle als Lehrkraft im Schulsystem thematisiert werden.
- Begleitung und Qualifizierung im Berufseinstieg systematisch ausbauen: Zielgruppenspezifische berufsbegleitende Qualifizierungselemente und fachliche sowie kollegiale Begleitung während des Berufseinstiegs.
- Systemische Verzahnung der verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung:
Die Qualifizierung der Seiteneinsteiger und -einsteigerinnen muss von der Vorbereitung über den begleitenden Einstieg bis hin zur weiteren Professionalisierung besser abgestimmt werden.
„Um den Lehrkräftebedarf zu decken, wird es auch in Zukunft nicht ohne Menschen gehen, die durch einen Berufswechsel ins Lehramt kommen“, so Bettina Jorzik, Leiterin der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes. „Seiteneinsteiger und -einsteigerinnen übernehmen von der ersten Unterrichtsstunde eine große Verantwortung. Deshalb ist es dringend notwendig, dass eine verlässliche Basisqualifizierung und die berufsbegleitende Qualifizierung endlich Standard in allen Bundesländern werden.“
Helmut Klaßen, Bundesvorsitzender des Vereins Bundesarbeitskreis-Lehrerbildung fügt hinzu: „Der Berufswechsel stellt einen möglichen alternativen Weg ins Lehramt dar und muss entsprechend ernst genommen werden. Ohne systematische Qualifizierung und strukturierte Begleitung droht dem Lehramt eine De-Professionalisierung den Seiteneinstieg eingebunden werden.“
Neben der Weiterentwicklung der Seiteneinstiegs-Programme in den einzelnen Bundesländern ist auch ein strukturierter Abstimmungsprozess über Ländergrenzen hinweg notwendig. Die Bildungsministerkonferenz sollte länderübergreifende Qualitätsstandards als zentrale Orientierungspunkte festlegen.
Die Empfehlungen zum professionellen Seiteneinstieg ins Lehramt wurden in der Allianz für Lehrkräfte im Rahmen der Zukunftsmission Bildung des Stifterverbandes entwickelt. Mit der Zukunftsmission Bildung will der Stifterverband ein Bildungssystem für eine Welt im Wandel gestalten, das schnell mehr Menschen mit den notwendigen Kompetenzen aus- und weiterbildet. Die Allianz für Lehrkräfte verfolgt das Ziel, neue Gruppen für den Lehrberuf zu gewinnen, in dem neue und flexiblere Zugangswege in den Beruf eröffnet werden. www.zukunftsmission-bildung.de
Das Paper Empfehlungen zum Berufswechsel ins Lehramt zum Download finden Sie unter:
