
Für die Niedersächsische Landesregierung gilt ein klarer Grundsatz der Null-Toleranz gegenüber Gewalt. Ein Baustein von vielen ist der Gewaltpräventionserlass („Gewaltprävention und -intervention zur Sicherheit in Schulen in Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendhilfe, Polizei und Staatsanwaltschaft“), der aktuell ressortübergreifend weiterentwickelt wird.
19.03.2026
Niedersachsen
Pressemeldung
Niedersächsisches Kultusministerium
Die Ursachen von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen sind vielschichtig und verändern sich stetig – wie Präventionsansätze und gesellschaftliche Antworten auf neue Gewaltphänomene. Schulen, Jugendhilfe, Polizei und Justiz berichten von zunehmend komplexen Fallkonstellationen, sich schnell entwickelnden Dynamiken im digitalen Raum und einem wachsenden Bedarf an verlässlicher Zusammenarbeit. Gewaltprävention kann deshalb nur im Zusammenspiel aller Akteure gelingen.
Ziel des Gewaltpräventionserlasses ist es, Schulen noch gezielter bei Prävention und Intervention zu unterstützen, Handlungssicherheit im Umgang mit Gewalt- und Krisensituationen zu stärken und Prävention dauerhaft im Schulalltag zu verankern. In diesem Kontext haben das Niedersächsische Kultusministerium, das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung, das Niedersächsische Justizministerium sowie das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung am heutigen Mittwoch (18.03.2026) zum zweiten ressortübergreifenden Fachtag „Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen“ eingeladen.
Rund 200 Fachkräfte aus Schule, Polizei, Kinder- und Jugendhilfe, Justiz, Wissenschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft diskutieren erfolgreiche Präventionsansätze und die Frage, wie die Zusammenarbeit über Ressort- und Systemgrenzen hinweg weiter gestärkt werden kann. Um Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Radikalisierung zu schützen und zugrundeliegenden psychischen Problemen zu begegnen, bedarf es Kooperation und Austausch zwischen den Berufen. Der Fachtag bietet dazu Impulse aus Wissenschaft und Praxis. Im Fokus stehen unter anderem zuverlässige regionale Präventionsketten, die Rolle von Polizei und Jugendhilfe sowie Gewaltphänomene im digitalen Raum.
Auf einem Podium diskutierten Kultusministerin Julia Willie Hamburg, Sozialminister Dr. Andreas Philippi, Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann, Innenstaatssekretär Stephan Manke, die Vorsitzende des Landespräventionsrats Prof. Dr.
Kultusministerin Julia Willie Hamburg sagt: „Gewaltfreies Aufwachsen und Lernen ist eine gemeinsame Aufgabe von Schule, Jugendhilfe, Polizei und Justiz. Schulen sind Orte des Lernens, aber auch geschütztes Umfeld – vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen, Verunsicherung und sich verändernder Gewaltphänomene. Schulen erkennen Belastungen früh, stabilisieren Kinder und Jugendliche, bauen Benachteiligungen ab und geben Halt Multiprofessionelle Zusammenarbeit sowie Unterstützungsstrukturen für Schulen entwickeln wir konsequent weiter. Bei Radikalisierung oder Gewalt im Kindes- und Jugendalter müssen alle Ebenen frühzeitig erkannt und abgestimmt werden.
Ministerin Dr. Kathrin Wahlmann sagt: „Wir wollen, dass die Schulen in Niedersachsen sichere Orte zum gemeinsamen Arbeiten und Lernen sind. Essenziell ist deshalb die Präventionsarbeit auf kommunaler Ebene – an den einzelnen Schulen vor Ort und darüber hinaus Unterrichtsschluss. Sie setzt sich sowohl im analogen als auch digitalen Raum fort. Wenn dennoch Straftaten erkannt und konsequent verfolgt werden.
„Sozialminister Dr. Andreas Philippi betont insbesondere die Wichtigkeit der ressortübergreifenden Zusammenarbeit: „Ich begrüße sehr, dass wir als Sozialministerium zum ersten Mal an der Erarbeitung eines neuen Gewaltpräventionserlasses mitgewirkt haben Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt zu entwickeln. Auch bei dem Landeskinderschutzgesetz, das mein Haus gerade auf den Weg bringt, spielen Prävention und interdisziplinäre Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.
Der Staatssekretär des Ministeriums für Inneres, Sport und Digitalisierung, Stephan Manke, erklärt: „Die aktuellen Lagebewertungen zeigen zwar rückläufige Zahlen in der Jugenddelinquenz, doch bleiben insbesondere die Fallzahlen tatverdächtiger Kinder im Bereich der Rohheits- und Gewaltdelikte weiterhin auf einem hohen Niveau Aufgabe. Unser Ziel ist klar: Kinder und Jugendliche müssen in einem Umfeld aufwachsen, in dem Sicherheit, Prävention und zukünftige Unterstützung Hand in Hand gehen.
