
Die Daten der Frühjahrserhebung zur Unterrichtserfüllung zeigen einen deutlichen Beweis des ersatzlosen Unterrichtsausfalls in Thüringen. An den staatlichen allgemeinbildenden Schulen ist der Wert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 11,0 Prozent auf 9,1 Prozent gesunken.
01.04.2026
Thüringen
Pressemeldung
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
„Die Erhebung zeigt, dass die verbesserte und schnellere Einstellungspraxis sowie die optimierte Personalsteuerung Wirkung entfalten. Gleichzeitig gilt weiterhin: Jede Unterrichtsstunde, die ausfällt, bleibt eine zu viel. Deshalb haben wir ein neues Maßnahmenpaket vorgelegt, das ab dem kommenden Schuljahr für weitere Verbesserungen sorgen wird“, ordnete Bildungsminister Christian Tischner die Zahlen ein. „Der positive Trend bei der Unterrichtsversorgung war keine Momentaufnahme, sondern hat sich über das gesamte Schuljahr bestätigt. Dass der sonst übliche Anstieg zwischen Herbst und Frühjahr in diesem Jahr ausgeblieben ist, ist ein sehr gutes Zeichen“, so der Minister weiter.
Die Frühjahrserhebung schließt nahtlos an das Ergebnis der Herbsterhebung (9,2 Prozent) an. Der ersatzlose Ausfall liegt damit über das gesamte Schuljahr erstmals wieder durchgängig im einstelligen Bereich. In den Schuljahren zuvor war regelmäßig ein Anstieg des Ausfalls zwischen Herbst- und Frühjahrserhebung zu verzeichnen. Auch der Anteil des vertretenen Unterrichts ist rückläufig: An den allgemeinbildenden Schulen sank er von 5,8 Prozent auf 5,0 Prozent, an den berufsbildenden Schulen von 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent.
Im Vergleich der Frühjahrserhebungen der vergangenen Schuljahre zeigt sich eine deutliche Verbesserung: Im Schuljahr 2022/23 lag der ersatzlose Ausfall an den allgemeinbildenden Schulen noch bei 9,8 Prozent, im Schuljahr 2023/24 bei 9,6 Prozent, im Schuljahr 2024/25 bei 11,0 Prozent. Der aktuelle Wert von 9,1 Prozent liegt somit unter dem Vorjahr.
Das Mitte März vorgelegte Maßnahmenpaket zur Unterrichtsabsicherung und Entlastung von Lehrkräften setzt gezielt dort an, wo zusätzliche Unterrichtskapazitäten geschaffen werden können. Ein zentrales Element ist das Thüringer Ansparkonto, ein neues freiwilliges Arbeitszeitmodell, mit dem die Lehrkräfte zusätzlich geleistete Unterrichtsstunden ansparen und zu einem späteren Zeitpunkt ausgleichen können. Durch die Neuausrichtung der Altersabminderung können nach Berechnungen zunächst bis zu 4.500 zusätzliche Lehrerwochenstunden für den Unterricht gewonnen werden. Gleichzeitig schafft die Neuregelung einen Anreiz, erfahrene Lehrkräfte über das 63. Lebensjahr hinaus im aktiven Schuldienst zu halten.
Hinzu kommen der flexiblere Einsatz von Grundschullehrkräften an Regelschulen, beschleunigte Einstellungsverfahren sowie die Fokussierung der Lehrergewinnungskampagne auf Regelschulen, Förderschulen und den ländlichen Raum. Ab dem Wintersemester 2026 starten außerdem an der Hochschule Nordhausen neue Studienangebote für das Lehramt im MINT-Bereich, für das man sich ab dem 1. April einschreiben kann. Flankierend werden Lehrkräfte durch den Abbau von Bürokratie, die Abschaffung der Regelbeurteilungen und den Einsatz digitaler Werkzeuge wie dem KI-Assistenten „telli“ im Schulalltag entlastet.
Hintergrund
Der Unterrichtsausfall wird an den allgemeinbildenden Schulen in Thüringen in Stichwochen erhoben. Die Stichwoche wird den Schulen nicht vorab mitgeteilt. Im laufenden Schuljahr 2025/26 entfällt erstmals die Erhebung zum Schuljahresbeginn, um Schulleitungen zu entlasten.
